Über Geld redet man nicht…
Ich finde schon, dass man nachfragen darf, wie sich ein Welpenpreis zusammensetzt.
Beim DBV ist eine Deckgebühr von 80 EUR für jeden Welpen, der 8 Wochen alt wird als Deckgebühr an den Deckrüdenbesitzer zu entrichten. Das hat seinen Grund:
Um einen Deckrüden zur Zulassung zu bringen, muss er die Formbewertung hinter sich bringen, in der sehr genau darauf geachtet wird, ob der Rüde gesund ist. Es dürfen keine Veranlagungen für Erbkrankheiten vorliegen. Der Körperbau und das Verhalten muss zu einem Einsatz bei der Jagd und der Zucht passen. Auch den festgelegten Zuchtstandard muss er erfüllen. Bei den Bracken lassen die Zuchtordnungen viel größere Spielräume zu als bei vielen anderen Rassen. Schließlich züchten wir Jagdgebrauchshunde und nicht vorrangig Schönheitschampions. Im Röntgenbild, das wegen der Qualität in Narkose und Muskelentspannung ausgeführt werden muss, wird eine Veranlagung für eine Hüftdyplasie (HD) ausgeschlossen (150-250 Euro). Auch die jagdlichen Prüfungen (AP, GP und Fährtenschuhprüfung) müssen mit guten Noten abgeschlossen werden. Bei einigen“ jagenden Hunden“ ist der sichere Spurlaut (teilweise) verloren gegangen. Für die „laute Jagd“ bedeutet das eine Katastrophe. Deshalb muss eine Auswahl stattfinden.
2 halbe Tage sind im Schnitt für einen sicheren Deckakt notwendig.
Die Anerkennung über eine Vergütung für alle diese Mühen ist sinnvoll. Sie wiegt bei weitem nicht die Aufwendungen auf, motiviert aber viele Rüdenbesitzer diesen Weg zu Ende zu gehen. Behält der Rüdenbesitzer einen Welpen 2. Wahl aus dem Wurf (die erste hat der Züchter), bezahlt er den vollen Welpenpreis.
Der Verband erhält 120 Euro je Welpe für die Ausfertigung der Papiere: Wurfabnahme mit Protokoll und Ahnentafeln sowie den Gutschein für die einmalige Durchführung einer AP (Anlagenprüfung). Das Wurfabnahmeprotokoll erhält der Welpenkäufer und hat so eine Sicherheit, dass ein erfahrener Züchter sowie Hunde- und Rassekenner den Hund vor der Übernahme begutachtet hat. Offensichtliche Mängel wie unzureichende Hodenwanderung und Gebissfehler (Vorbiß/Rückbiß) werden schriftlich benannt. In dieser Gebühr ist natürlich auch schon die Führung der genetischen Datenbank aller Zuchttiere eingeschlossen. Um Erbkrankheiten durch Inzucht zu vermeiden, werden die möglichen Zuchtpartner mit Hilfe einer genetischen Datenbank und sehr viel persönlicher Erfahrung vom Zuchtwart ausgesucht. Die resultierenden Vorschläge werden dann mit dem Züchter besprochen.
Dann wäre noch der VDH/FCI zu nennen. Die Registrierung eines geschützten Zwingernamens können diese Verbände nicht ohne Kosten bieten (100 Euro).
Je nach Tierarzt bleibt ein erkleckliches Sümmchen auch bei diesem, denn auch dieser macht eine gute und wertvolle Arbeit. Er untersucht die Hündin (unter Umständen mehrfach) vor der (ersten) Trächtigkeit und bestimmt mittels Vaginalzytologie und Progesteronwert den optimalen Deckzeitpunkt. Während der Trächtigkeit werden 1-2 Ultraschalluntersuchungen und ggf. auch eine Röntgenuntersuchung empfohlen. Viele Züchter lassen diese durchführen, um spätere Komplikationen zu vermeiden.
Während des Aufwachsens beim Züchter müssen alle adulten Hunde im Haushalt drei Mal und die Welpen 3 x 3 Dosen eines Wurmmittels (Praziquantel) erhalten. Kurz vor der Abgabe untersucht der Tierarzt jeden Welpen, chippt diesen am Hals und erstellt einen europäischen Heimtierausweis. In diesen wird auch die zugleich durchgeführte erste Impfung eingetragen.
Natürlich muss auch der Hündinnenbesitzer mit seiner Zuchthündin die gleichen Bewertungen und Prüfungen durchlaufen wie der Rüdenbesitzer. Anreise und Unterkunft zum und am Standort des Rüdenbesitzers ist meist ebenfalls mit Kosten verbunden. Die Wurfkiste muss ebenfalls gebaut werden. Mein Arsenal für alle Eventualitäten von Geburtskomplikationen von Fieberthermometer bis Wärmematte, Arterienklemme und Rotlichtlampe gibt es auch in keinem Shop umsonst. Die vielen Stunden an und in der Wurfkiste darf man nicht zählen.
Unter dem Strich bleibt rein finanziell für einen seriös gezüchteten Welpen nichts liegen. Deswegen züchtet aber auch kein Züchter. Warum züchtet er dann? Schauen Sie sich die Bilder dieser Zwerge an. Für mich ist das alles ein unglaublich schönes Erlebnis. Generell durfte ich schon so viele Glücksmomente mit meinen Hunden erleben. Diese Momente sind unbezahlbar! 😊
Übrigens: Ein Welpe vom (Schwarz-)markt, der mit großer Wahrscheinlichkeit unter erbärmlichen Bedingungen aufgezogen wurde und höchstwahrscheinlich mit gefälschten oder wertlosen Papieren über seine Herkunft verkauft wird, kostet 500 EUR. Fassungslos kann ich nur den Kopf schütteln wie man einen solchen Welpen erwerben kann (s. Reportage der Tagesschau). Jeder, der ein solches Tier kauft, macht sich schuldig am Leid so vieler Hunde!
Der Anschaffungspreis eines Welpen ist im Übrigen nichts gegenüber dem, was er im Laufe seines Lebens kostet. Da sind die Hundesteuer, Futter, Kauartikel, Leckerli für die Erziehung und Ausbildung, Entwurmung, Parasitenbekämpfung, Impfkosten, tierärztliche Behandlungen bei Erkrankungen bis hin zur letzten Erlösungsspritze. 1000 bis 2000 Euro im Schnitt pro Jahr sind schnell ausgegeben. Das sollte jeder Hundebesitzer wissen.
Alle Preise und Gebühren sind übrigens im Leistungsverzeichnis des DBV transparent geregelt. Und das ist gut so…


